Projekte

Deutschland. Ein Wintermärchen. – über das Stück – Auszüge und Entstehung

– nach Heinrich Heine – Ein transkultureller Roadtrip durch die neue Heimat – Bürgerbühne des Düsseldorfer Schauspielhauses – Münsterstraße 446 – 17.11. / 24.11. / 21.12.2018

Deutschland. Ein Wintermärchen
– nach Heinrich Heine – Ein transkultureller Roadtrip durch die neue Heimat – Premiere am 5. November 2018 – In der Münsterstraße 446 – Bürgerbühne

Heinrich Heine gilt als einer der berühmtesten Migranten Deutschlands. Von Zensur und Anfeindungen seiner Zeitgenossen vertrieben, lebt er 13 Jahre in Paris, bevor ihn die Sehnsucht nach dem Vaterland zurück über die Grenze treibt. Im Winter 1844 reist er mit gemischten Gefühlen durch seine alte Heimat. In Köln führt er ein Zwiegespräch mit dem Rhein, im Teutoburger Wald heult er mit den Wölfen, in Hamburg verspeist er eine Gans mit seiner Mutter, die ihm beim Essen ständig die falschen Fragen stellt. Über 150 Jahre später begeben sich heutige Expert*innen in Sachen Heimatlosigkeit, Exilant*innen und Migrant*innen aus acht verschiedenen Herkunftsländern, auf die Reise durch Heines Gedankenräume. Sie entdecken dabei ungeahnte Sichtweisen auf Deutschland und Heines Vision eines Europas, das Nationalismus und Engstirnigkeit zu überwinden sucht. Sie begegnen der bissigen Ironie Heines mit spielerischem Witz und gewinnen dem Blick auf die »Heimat« neue Perspektiven ab. »Deutschland. Ein Wintermärchen« ist ein Abend über den Sehnsuchtsort »Vaterland«, Rostbratwürste und die Ankunft in Deutschland in einer längst vergangenen Zeit, als die Deutschen mit Blumen an ihren Grenzen standen.

Ein Projekt der Bürgerbühne am Düsseldorfer Schauspielhaus in Kooperation mit der Hedwig und Robert Samuel Stiftung und dem Zakk – Zentrum für Aktion und Kommunikation. Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW und der LAG Soziokultur 

لَقَدْ كَانَ ذَلِكَ فِي شَهْرِ نوفمبر\تِشْرين الثَّانِي الحَزِينِ.

أَصْبَحَتْ الأَيَّامُ بَاهِتِةً. الرِّيَاحُ مَزَّقَتْ الأَوْرَاقَ مِنْ الأَشْجَار

خِلَالَ ذَلِكَ سِافِرتُ إِلَى أَلْمَانِيَا

در ماه غمگین نوامبر بود.با روزهای ابری اش.

و باد که برگها را از درختان می ربود.

و من که به آلمان باز میگشتم.

 
 
 

Im traurigen Monat November war’s,
die Tage wurden trüber,
der Wind riss von den Bäumen das Laub,
da reist ich nach Deutschland hinüber.

 

Mit Ava Azadeh, Atena Bijad, Amy Frega, Mortaza Husseini, Nawar Khadra, Rami Lazkani, Ulrich Linberg, Višnja Malešić, Prudence Mvemba Tsomo, Altan Ali Yilmaz
 
Konzept und Regie
Bühne und Kostüm
Musik
Konzept und Dramaturgie
Video
Licht
Michael Röther, Thomas Wildhagen
 

 

Und als ich an die Grenze kam,
Da fühlt ich ein stärkeres Klopfen
In meiner Brust, ich glaube sogar
Die Augen begunnen zu tropfen.

 

 

دم مرز، تپش هولناک قلب در سینه من و چشمان خیسم

وَعِنْدَمَا وَصَلْتُ إِلَى الحُدُودِ

شَعَرَتْ هُنَاكَ بِضَرْبَةٍ قَوِيَّةٍ فِي صَدْرِي.

أَعْتَقِدُ أَنَّ العُيُونَ أَيْضًا بَدَأْتْ تَذْرِفُ الدُّمُوعَ.

 

 

Es wächst hienieden Brot genug
Für alle Menschenkinder,
Auch Rosen und Myrten, Schönheit und Lust,
Und Zuckererbsen nicht minder.

 

 

نان به اندازه کافی برای تمام ادمیان خواهد بود و همینطور گل رز، زیبایی و هیجان .

فِي هَذِهِ الدُّنْيَا

يَتَوَفَّرُ لِكُلِّ أَطْفَالِ البَشَرِ مَا يَكْفِي مِنْ الخُبْزِ

كَذَلِكَ الوُرُودُ وَالرَّيَاحِينُ, وَالجِمَالُ وَالبَهْجَةُ

وَالبَازِلَّاءُ لَيْسَتْ بِأَقَلِّ وَفَرَةٍ مِنْ ذَلِكَ.

 

Der Schafpelz, den ich umgehängt zuweilen, um mich zu wärmen, Glaubt mir’s, er brachte mich nie dahin, für das Glück der Schafe zu schwärmen.

 

پوست گوسفندی که من بر تن کردم. برای اینکه مرا گرم کند. باور کن، هرگز مرا به اینجا نرساند. که برای خوش آ مد گوسفندها قدمی بردارم

جِلْدُ الغَنَمِ, الَّذِي أَتَأَزَّرُ بِهِ

أَحْيَانًا, لِكَيْ أُدْفِئُ نَفْسِي.

صَدِّقُونِي, لَمْ يَأْخُذْنِي , قط,الَى هُنَاكَ

كِي أَسْهَرَعلى سَعَادَةُ الأَغْنَامِ.

 

 

Es ging mir äußerlich ziemlich gut, doch innerlich war ich beklommen, und die Beklemmnis täglich wuchs – ich hatte das Heimweh bekommen.

 
 

 

به من واقعن بد نمی گذشت. اما در درونم یک بغض نهفته بود. این بغض درونی هر روز بزرگ و بزرگتر میشد و من غم غربت رو احساس میکردم.

ظاهرياً كُنْتُ جَيّداً نوعاً ما

وَلَكنني كُنْتُ داخلياً مُنْقّبضاً

وكان الإنقباض يكبر يومياً

شَعّرْتُ بالحنين الى الوطن

 

Die deutsche Seele hat am Anfang nur ein Zimmer mit elf Quadratmetern, aber sie ist sich sicher, am richtigen Ort zu sein. Die deutsche Seele hat niemanden und nichts. Keinen Vater und keine Mutter und keinen Bruder und keine Schwester und keinen Freund und keine Frau. Die deutsche Seele ist frei. Sie vermisst nichts und niemanden. Aber sie findet den Weg nicht mehr.

Die deutsche Seele ist heute Morgen früh aufgewacht. Sie hat sich über den Gesang der Vögel gefreut. Und der Gesang der Vögel tut ihr gut. Die deutsche Seele ist eine Mutter. Sie zieht zwei Söhne alleine groß. Sie fragt sich, wie sie es schaffen soll durch die Welt zu kommen, allein. Als Frau. Sie ist ja immer noch ich, Die deutsche Seele, eine Mutter, aber auch eine Frau.

Wenn draußen in der Welt etwas passiert, hört die deutsche Seele auf, über sich selbst nachzudenken. Wenn in der Welt nichts passiert, grübelt sie über sich selbst. In ihrem Inneren prallen Welten aufeinander. Manchmal fühlt sie sich arm, an anderen Tagen reich. Ist genug für alle da? Wie viel ist „genug für alle“? Die deutsche Seele zweifelt. Sie schafft es nicht, für alle da zu sein. Sie liebt das Chaos nicht. Sie sehnt sich nach Körperkontakt. Sie ist nicht perfekt. Aber sie bemüht sich. Dann passiert draußen in der Welt etwas. Und sie hört auf, sie selbst zu sein.

Es war dunkelblau. Draußen der Himmel war dunkelblau, mit ein paar Wolken drin. So wie wenn es Nacht ist aber noch nicht ganz dunkel. Und als ich über die Grenze kam, habe ich zum ersten Mal gespürt, dass Menschen, die eine andere Sprache sprechen, eine andere Kultur haben, eine andere Identität haben, sich um mich kümmern. Ich zog eine Jacke an. Ich trug eine Jacke als ich über die deutsche Grenze kam. Eine grüne Jacke mit Adidasstreifen. Als ich an die Grenze kam, standen dort am Bahnhof Menschen, viele Menschen. Frauen, Kinder, Männer, sie hatten Blumen in der Hand und Kerzen, und sie applaudierten. Mir, uns. Der ganzen Gruppe, die ankam. Und als ich die deutsche Sprache vernahm, da ward mir seltsam zumute. Es war als ob das Herze mir recht angenehm verblute. Ich habe nichts gedacht, nur gefühlt. Mein großer Bruder sagte zieh dir eine Jacke an, wenn du nach Deutschland kommst. Es war dunkelblau und es war kalt. Ich fühlte ein Klopfen in meiner Brust. Diese Menschen klatschten und sagten: „Wir sind sehr glücklich, dass ihr auf dem Meer nicht gestorben seid.“ So reist ich nach Deutschland hinüber. Der blaue Himmel und die Dunkelheit und der Regen. An mehr erinnere ich mich nicht. Es war der 5. November 2015.

Ich habe mal eine Frau kennen gelernt, die hatte keine Wahl. Es war in meinem zweiten Jahr in Deutschland. Ich bin mit dem Zug nach Hamburg gefahren. Eine Frau fragte mich, ob der Platz neben mir noch frei ist. Sie war sehr alt und redete viel. (Es war … und redete viel – wiederholen auf Arabisch). Als wir den Bahnhof in Hannover verließen, erzählte sie mir, wie sie schon einmal von Dresden nach Hamburg gefahren ist. Mit ihrem Baby, was gerade ein paar Tage alt war. In einem sehr kalten Winter 1945. Die alte Frau erzählte, dass der ganze Bahnhof in Dresden voller Menschen war, die fliehen wollten. Sie saß im Bahnhof in Dresden und gab ihrem Baby die Brust. Es war kalt. Eine andere Frau ohne Mütze und Schal fragte, ob sie ihrem Kind auch die Brust geben würde. Es hätte zwei Tage nicht gegessen. Die Frau überlegte. Ein Gedanke, noch ein Gedanke, noch ein anderer Gedanke, Gedanken, Gedanken, Gedanken. Und dann sagte sie: „Nein. Ich kann nicht! Es tut mir leid, aber ich habe nur genug Milch für mein Kind.“ Als sie später in Hamburg ankam, sah sie die Frau ohne Mütze und Schal mit ihrem toten Kind auf dem Arm.

Ich war 35 Jahre alt. Ich dachte, dass Syrien bleibt wie es ist. Zu dieser Zeit habe ich viel über Mut nachgedacht. Und dann bin ich nach Deutschland gekommen. Das hat mein Denken für immer verändert. Früher habe ich gedacht, dass die Welt eine Wahrheit hat. Aber hier habe ich bemerkt, es kommt ganz auf den Blickwinkel an. Ich dachte es gäbe nur Schwarz und Weiß. Und jetzt gibt es plötzlich ein Grau. Für mich ist das ein anderer Teil dieser anderen Wahrheit, die ich bis heute nicht verstehe. Für mich die Menschen denken für die Familie, für kleine Gruppen. Also Deutschland ist für die Deutschen und Frankreich ist für die Franzosen. So denken die Menschen. Das ist normal. Das verstehe ich. Und, als ich über die Grenze kam, gab es plötzlich die anderen, die die sagten, wir können alle zusammenleben. Ihr könnt hier auch ein schönes Leben haben. Für mich ist das seltsam. Was die Menschen dort in angeblich Chemnitz denken, das ist für mich normal. Wieso sollte jemand wie ich, der aus einem anderen Land kommt, dort genauso Zuhause sein? Aber es gibt Menschen, die genau das denken. Dass die Welt für alle ist. Es ist nicht normal, das zu denken. Und wenn jemand das denkt, dann ist er etwas Besonderes.

 

 

 

“Mmmhhh, Kann man drüber streiten. Also über Heine. Gut, aber nicht einfach. Da blicken selbst die Deutschen nicht durch.”

 

“Wenn Du sagst: “Deutschland. Ein Wintermärchen“ – Ja, kenn ich: „Denk ich an Deutschland in der Nacht … Nee, kennste eben nicht. Da frag ich mich, wer das mehr braucht!”

 

“… – ich eiere einfach immer rum: erst Flüchtlinge – jetzt Geflüchtete, Menschen mit Fluchterfahrung, Migranten – klingt abwertend – erst multi-, dann inter- jetzt transkulturell …. jaja die lieben Deutschen – aber die meisten geben sich Mühe.”

 

“Mama, hallo. Wie geht es dir? Ich hatte einen Termin beim Amt. Ich kann dir ein Visum für zwei Wochen schicken. Damit kannst du mich endlich besuchen. Mama, ich bin glücklich.  Leider habe ich nur ein Visum für dich bekommen. Mein Bruder kann nicht mitkommen, aber er kann ja bei Papa bleiben.”

 

“Ich glaube, es gibt schon gute Volkslieder. Also alte deutsche Lieder. Ich meine eher diese konstruierte blonde deutsche Seele, in ihrer heilen Welt – immer einen sauberen Schlüpfer an. Und wehe jemand macht Dreck, dann brennt die Bude.”

 

“Stimmt. Jetzt, wo du es sagst. Es war das ABSOLUTE Jetzt-bin-ich-Zuhause-Gefühl. Das Zuhause meiner Kindheit. Ich habe mich gefragt: Wie fühlt sich diese Fahne eigentlich an? Und als ich an die Grenze kam, schien sie größer und breiter zu sein als alle anderen Fahnen die ich jemals an anderen Grenzen gesehen habe.”

 

 

“Wenn ich morgen zurückgehe, dann gehe ich in die Wüste. Weil, da bin ich einfach frei. Sie ist einfach da, die Freiheit. leise und ruhig. Es gibt nichts. Dort bin ich klar, wie weißes Papier, ganz klar.”

 

“Wenn ich morgen zurückginge, hätte ich immer Sehnsucht nach Deutschland.”

 

Do you feel the same? Ein interkultureller LiebesreigenAktuell 

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Für die Dauer einer Nacht kommen die Bewohner eines Hauses wie in einem Reigen zusammen. Ein kurzer Blick auf die Klingelschilder genügt, um zu wissen, dass es sich um ein ganz normales Haus handelt, das in jeder Seitenstraße dieser Stadt zu finden ist. Hier wohnen Menschen mit unterschiedlicher Herkunft, Sozialisierung und Weltanschauung. Menschen, deren Heimat am Rhein liegt oder auch Tausende Kilometer entfernt. Hier sind alle zu Hause und wohnen Wand an Wand, begegnen sich beim alltäglichen Gang zum Briefkasten oder im Fahrradkeller. Doch dieser lange Abend ist alles andere als normal. Es fängt mit einem kleinen Missverständnis an, geht mit großer Selbstverständlichkeit weiter und dreht sich am Ende um eine der ältesten Fragen der Welt. Ob sich die bisher nur flüchtig miteinander bekannten Nachbarn am nächsten Morgen noch in die Augen schauen können, wissen sie nicht. In dieser einen Nacht aber geht es nur darum, herauszufinden: Do you feel the same?

Eine Produktion der Bürgerbühne am Düsseldorfer Schauspielhaus in Koproduktion mit dem Künstlerkollektiv projekt.il und zakk – Zentrum für Aktion, Kultur und Kommunikation. Gefördert vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW sowie im Rahmen des Projekts »same same but different« durch die Bundeszentrale für politische Bildung.

Godspeed!

Okt. 2016 bis Juni 2017 | Trailer ansehen

In Zusammenarbeit mit der Bürgerbühne des Düsseldorfer Schauspielhauses 

und mit freundlicher Unterstützung der Rheinbahn AG.

Gefördert von der Landesarbeitsgemeinschaft Sozio-kultureller Zentren NW e.V.

und dem Zentrum für Aktion, Kultur und Kommunikation Düsseldorf

 

  • Idee und Umsetzung: projekt.il (Bianca Künzel, Alexander Steindorf)
  • Ausstattung: Ria Papadopoulou
  • Assistenz: Marlene Hildebrandt
  • Musik: Johan Leenders
  • Mit: Choeur de Héros und Gästen

Godspeed! ist eine theatrale Stadtführung durch Düsseldorf auf der Suche nach den Helden dieser Stadt und nach der Stadt als Heldin.

Mit Bürgerinnen und Bürgern, Alltagsexperten, Künstlerinnen, Poesie, Musik, Tanz, Geschichten und Geschichte aus und über Düsseldorf. Für alle interessierten Neuankömmlinge und neugierigen Alteingesessenen der Stadt. Ein Mal im Monat von Oktober 2016 bis Juli 2017 startet ein Bus der Rheinbahn mit 30 interessierten Menschen zu einer eineinhalbstündigen Tour durch verschiedene Stadtgebiete Düsseldorfs.

»Godspeed!« ist eine Produktion der Bürgerbühne am Düsseldorfer Schauspielhaus in Kooperation mit dem zakk, im Rahmen der Förderung Kooperation Theater & Soziokulturelle Zentren. Mit freundlicher Unterstützung der LAG NW Soziokultur, dem Land NRW und der Rheinbahn AG. Gefördert durch die Bürgerstiftung Düsseldorf.

»Godspeed!« orientiert sich an der typischen Heldenfahrt, auch Quest genannt, die jeden Teilnehmer befähigt, die besonderen und hier auch überraschenden Attribute eines Helden unserer Zeit zu sammeln. Die Taten eines Helden in Mythen, Romanen und Filmen ereignen sich auf einer Heldenfahrt oder Heldenreise durch typische Situationsabfolgen, denen wir unsere Stadtführungen widmen.

»Held sein, eine Minute, eine Stunde lang, das ist leichter als in stillem Heroismus den Alltag tragen. Nehmt es nur auf euch, das Leben in diesem grauen, eintönigen Alltag, dieses Wirken, für das euch niemand lobt, dessen Heldentum niemand bemerkt, das in niemandem Interesse für euch erweckt; wer diesen grauen Alltag erträgt und dennoch dabei Mensch bleibt, der ist wahrhaft ein Held.« (Fjodor Michailowitsch Dostojewski)

Godspeed! (Themen der Heldenfahrten)

  1. Die unzureichende Welt
  2. Der Ruf des Abenteuers
  3. Die Weigerung
  4. Der Mentor
  5. Der Tritt über die Schwelle
  6. Die tiefste Höhle
  7. Die Prüfung
  8. Das Elixier
  9. Der Wandel
  10. Die Heimkehr/Das Fest

Godspeed! (Song)

Oh, this land is in need of a hero
One who heeds the people‘s call
And all those who tarry will be judged in the end
By the wrath of our almighty gods

Hear the voice of our land, mighty hero
From the plains and hills it rings
It speaks of the dire need of us all
Who are pawms for our almighty gods

So take arms and march forth, mighty hero
Bravely face the perils ahead
Overcome all trials that were set before you
By the deeds of our almighty gods

And once you return to us, hero
Let us tend to your weary limbs
We shall sing your praises ‚till the end of all time
You‘re as one of our almighty gods
You‘re as one of our almighty gods
Just as one of our almighty gods

Garten EdenAusgezeichnet 

Sept. 2015 – Juni 2016 | Trailer ansehen

Man kann nur eins: Entweder zu Hause sein oder im Paradies. Beides geht nicht und ist noch keinem Menschen gelungen. Wenn du einmal drin bist, kommst du so bald nicht wieder heraus. So bekommt es der Junge Hans zu hören, als er auf der Suche nach seinem Paradiesvogel mit einem selbst gebastelten Drachen bis ins Paradies geflogen ist.

»Ich wünschte, das Glück wäre ein Gegenstand, den ich irgendwo gefunden und mit nach Hause genommen hätte.«

Das Künstlerkollektiv projekt-il begibt sich gemeinsam mit Düsseldorfer Bürgern und Noch-nicht-Bürgern, mit Geflüchteten und bereits Angekommenen auf die Suche nach den persönlichen Paradiesen und Sehnsuchtsorten der Menschen.

AUSGEZEICHNET MIT DEM INTEGRATIONSPREIS DER STADT DÜSSELDORF 2016.

Mit Farzad Ahmadi, Abdulgader Ail, Abdul Khaliq Alrawi, Joti Baggri, Amir Baghistany,  Azim Behbudi, Carolina Braun, Martin Charosphour, Mohammad Fares Damlakhi, Jasmin Groos, Hamid Hesso, Ulrike Kempf, Rejoice Mhandu, Sami Nacir, Holali Oumata, Lisa Pohl, Rainer Sann, Adam Sawalha, Nazli Saremi, Friedhelm Schulte, Jeannette Sedjo, Akram Zarei, Dem Persischen Chor Difi, Dem Jodelklub Düsseldorf, Sänger/Innen Der Soulville-Jazzsingers, Canta B.

Ist das Leben woanders besser? Wo bin ich zu Hause? Was macht mich glücklich? Garten Eden ist ein Projekt mit Menschen aus der Stadt, die aus unterschiedlichsten Kulturen stammen und nun in einem Land leben, in dem scheinbar Frieden und Wohlstand herrschen. Gemeinsam findet ein Austausch über Utopien, Träume und die großen Verheißungen und Verlockungen einer fremden Welt statt. Ein Austausch über jene Orte, zu welchen sie geflohen sind, an denen sie gestrandet sind, an die es sie irgendwie verschlagen hat, von denen sie schon immer träumten, von denen sie kamen, an die sie schon immer wollten oder an denen sie schon immer gelebt haben.

Teil der Konzeption ist ein Urban-Gardening-Projekt auf dem Vorplatz des Jungen Schauspielhauses, bei dem die Idee des »Garten Eden« ab Frühjahr 2016 tatsächlich Gestalt annimmt.

Im Rahmen von Garten Eden finden über die gesamte Spielzeit kleine und große Projekte statt, die alle um das Thema und Spielzeitmotto »Dein Sehnsuchtsort« kreisen.

Die Formate richten sich an junge Flüchtlinge und Düsseldorfer Jugendliche gleichermaßen. Die Module beinhalten Workshops in den Disziplinen Tanz, Musik, Theater und Fotografie, Schreibwerkstätten, Tagesaktionen und mobile Angebote.

Dafür kooperiert das Junge Schauspielhaus u. a. mit der PBSA – Hochschule Düsseldorf und dem zakk e.V.. Abschluss und Höhepunkt des spielzeitübergreifenden Projekts bildet die Inszenierung Garten Eden. Das Bühnenstück soll dazu beitragen, dass kulturelle Vielfalt als Bereicherung und Chance wahrgenommen wird. Gleichzeitig wird der Garten auf dem Vorplatz des Jungen Schauspielhauses feierlich eröffnet.
Gefördert vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW.

Boys will be boys & Girlsnightout

Ein Projekt über Geschlechterrollen – mit geflüchteten Frauen und Männern.

  • “Boys will be boys!”
  • Projektleitung: projekt-il
  • Team:
    Konzept, Schauspiel, Interview (Alexander Steindorf),
    Video (Joris Schwarz)

“Boys will be boys!”- Wer Mädchenarbeit macht, muss auch Jungenarbeit machen. Dieses Projekt steht in Korrespondenz zu dem Projekt „Girlsnightout“. Zuwanderung wird das Zusammenleben hier in Deutschland immer vielseitiger und man begegnet einer Desorientierung der hierher geflüchteten Männer in Bezug auf ihre Selbstwahrnehmung und der veränderten Definition ihrer gesellschaftlichen Rolle. Wie soll man in einem Land der Monogamie mit der Vielehe einiger arabischer Länder umgehen? Wie sieht der Alltag der zugewanderten Männer aus Syrien, Afghanistan und Nordafrika aus? Was unterscheidet sie von deutschen Männern und was unterscheidet sie untereinander? Wer hat sie geprägt? Wonach sehnen sie sich?

Gefördert durch die LAG NW, in Kooperation mit dem Integrationskurs für Alphabetisierung an der VHS Düsseldorf  und der Bürgerbühne Düsseldorf.

  • “Girlsnightout!”
  • Projektleitung: projekt.il
  • Team:
    Schauspiel (Bianca Künzel),
    Choreografie (Phaedra Pisimisi )

Aufgrund der starken Zuwanderung wird das Zusammenleben hier in Deutschland immer vielseitiger und man begegnet immer unterschiedlicheren Modellen und Lebensformen. Wie soll man in einem Land der Monogamie mit der Vielehe einiger arabischer Länder umgehen? Wie kann man verstehen, dass Sexualität in anderen Ländern immer noch versteckt wird und Aufklärung verboten ist? Wie sieht der Alltag der zugewanderten Frauen aus Syrien, Afghanistan und Nordafrika aus? Was unterscheidet sie von deutschen Frauen und was unterscheidet sie untereinander?

Was sind ihre Heldinnen, ihre Wegweiserinnen? Wer hat sie geprägt? Wonach sehnen sie sich? Und wo ist bei all diesen Fragen unsere gemeinsame Schnittmenge?

Gefördert durch die LAG NW, in Kooperation mit dem Frauenintegrationskurs der ASG Düsseldorf und der Bürgerbühne Düsseldorf.

Der Kunstreiniger – Theater- und Kunstintervention im K21

Juli 2016

  • Bianca Künzel – Regie
  • Alexander Steindorf – Schauspiel
  • Eine Produktion von projekt-il in Koproduktion mit dem ASPHALT Festival 2016, in Kooperation mit der Kunstsammlung NRW, gefördert vom Kulturamt der Stadt Düsseldorf.

Was passiert, wenn alle Türen geschlossen sind und die Dinge im Museum zu leben beginnen? Wenn Kunst sich selbst betrachtet, Ausstellungen Einstellungen beeinflussen und Erwartungen neu gerahmt werden?

Am Ende des Tages, wenn alle Besucher das Museum verlassen, betritt nur noch eine Person die verlassenen Räume – der Kunstreiniger. Ihm kann man nichts vormachen, denn auf allem liegt der gleiche Dreck. Seit Jahren arbeitet er im Museum und zwischen ihm und den Kunstwerken entwickelt sich stets eine besondere Beziehung. Der Kunstreiniger erzählt von seiner Sehnsucht nach mehr Leben hinter den Stillleben, nach mehr Stille im Lärm. Mit der Zeit eröffnet ihm alles, was er reinigen soll, eine neue Welt. Die Ausstellungen beginnen anders zu atmen, anders zu leben. Die Bilder sehen ihm in die Augen. Sie geben ihm Wärme, Verständnis, Humor und Zuneigung. Und manchmal einen irren Blick auf die Realität.

projekt-il ist die Arbeitsplattform der Regisseurin und Schauspielerin Bianca Künzel und des Schauspielers Alexander Steindorf. Gemeinsam realisieren sie Theater- und Kunstprojekte im öffentlichen Raum.

Dauer: ca. 80 Minuten, ohne Pause
Die Veranstaltung ist barrierefrei

Herzrasen – Ein Bürgerprojekt über den Klang der Liebe

Mai 2015

  • Regie: projekt-il
  • Bianca Künzel
  • Bühne und Kostüme: Monika Frenz
  • Musik: Bojan Vuletić
  • Choreografie: Kathrin Spaniol
  • Stückentwicklung: Julie Bräuning

»Hast du gehört? Julian hat jetzt ne Freundin.« – »Echt? Woher weißt du das?« – »Facebook! Der hat seit gestern seinen Status geändert.« »Lieber…« oder doch besser »Hallo Du …« oder »… ich will es Dir schon lange sagen, weiß aber nicht wie. Mist, jetzt ist die Tinte verschmiert. Noch mal von vorne.« Ist der handschriftliche Liebesbrief eine ehrlichere Ausdrucksform? Da steckt ja immerhin noch mehr Mühe drin!

In dem Projekt Herzrasen begeben sich junge Erwachsene gemeinsam mit Menschen älterer Generationen auf die Suche nach der allumfassenden Definition von Liebe. Untersucht wird dabei vor allem, ob unser Medienverhalten auch zwischenmenschliche Beziehungen beeinflusst. Bedeutet die Beschleunigung und Vereinfachung der Kommunikation eine neue Unverbindlichkeit? Strapaziert ein häufig klingelndes Handy die Eifersucht des Partners? Es geht aber auch um Geschichten, die erzählt, um Theorien, die aufgestellt werden, und alles ist erlaubt: Kitsch, Schmalz oder auch Skepsis. Dabei gilt es herauszufinden, welche Rolle das Alter, die Erfahrungen oder Hoffnungen spielen. Lassen sich trotz aller Unterschiede der Generationen Gemeinsamkeiten finden, die sich sogar niemals ändern werden?

Mit Saioa Alvarez Ruiz, Maria Berenzon, Marc Dauenhauer, Thomas Johannsen, Kisuk Lee-Zergiebel, Emma Mertens, Holali Ursula Oumata, Rainer Sann, Anne Verfürth

Eine Produktion am Jungen Schauspielhaus Düsseldorf, mit Unterstützung der PSD Bank

Paradise Lost

Mai 2014

 

Da sie gegen geltendes Gesetz verstoßen haben, wurde diesen Jugendlichen der Prozess gemacht. Nun drehen sie den Spieß um und schicken ihr Publikum auf einen Prozessverlauf durch Rath. Sie verhandeln dabei nichts Geringeres als die größten Laster aller Zeiten: Stolz, Neid, Trägheit, Lust, Zorn, Völlerei und Geiz. Sie fragen: Ist dieser Katalog der unheilvollen Sieben immer noch zeitgemäß? Ist Neid nicht beispielsweise längst zum eigentlichen Motor des Fortschritts aufgestiegen?

Die Trägheit eine Überlebensstrategie in einer Welt, die einen durch Katastrophen, Kriege und himmelschreiende Ungerechtigkeiten oft an den Rand des Zorns treibt? Was sind die großen Vergehen der Gegenwart? Wer ist heute schuldig und wer unschuldig?

 Zwei Monate haben die Jugendlichen zu den sogenannten Todsünden gearbeitet und zusammen mit Tänzern, Musikern, Innenarchitekten und Theaterleuten Räume der Auseinandersetzung gestaltet. Sie laden das Publikum nun ein zu einem geführten Stadtteilrundgang, auf dem sie ihre Sicht auf die großen Schuldfragen dem Urteil des Publikums überlassen. Startpunkt ist jeweils 19 Uhr Foyer des Jungen Schauspielhauses.



Stadtteilprojekt des Clubs der Spezialisten
In Kooperation mit der Jugendhilfe im Strafverfahren der Stadt Düsseldorf, der FH-D Peter Behrens School of Arts und dem Jungen Schauspielhaus Düsseldorf
Ab 14 Jahren