Projekte

Der Kunstreiniger

Theater- und Kunstintervention im K21 Düsseldorf

  • Bianca Künzel – Regie
  • Alexander Steindorf – Schauspiel
  • Eine Produktion von projekt-il in Koproduktion mit dem ASPHALT Festival 2016, in Kooperation mit der Kunstsammlung NRW, gefördert vom Kulturamt der Stadt Düsseldorf.

Was passiert, wenn alle Türen geschlossen sind und die Dinge im Museum zu leben beginnen? Wenn Kunst sich selbst betrachtet, Ausstellungen Einstellungen beeinflussen und Erwartungen neu gerahmt werden?

Am Ende des Tages, wenn alle Besucher das Museum verlassen, betritt nur noch eine Person die verlassenen Räume – der Kunstreiniger. Ihm kann man nichts vormachen, denn auf allem liegt der gleiche Dreck. Seit Jahren arbeitet er im Museum und zwischen ihm und den Kunstwerken entwickelt sich stets eine besondere Beziehung. Der Kunstreiniger erzählt von seiner Sehnsucht nach mehr Leben hinter den Stillleben, nach mehr Stille im Lärm. Mit der Zeit eröffnet ihm alles, was er reinigen soll, eine neue Welt. Die Ausstellungen beginnen anders zu atmen, anders zu leben. Die Bilder sehen ihm in die Augen. Sie geben ihm Wärme, Verständnis, Humor und Zuneigung. Und manchmal einen irren Blick auf die Realität.

projekt-il ist die Arbeitsplattform der Regisseurin und Schauspielerin Bianca Künzel und des Schauspielers Alexander Steindorf. Gemeinsam realisieren sie Theater- und Kunstprojekte im öffentlichen Raum.

Dauer: ca. 80 Minuten, ohne Pause
Die Veranstaltung ist barrierefrei

Herzrasen – Ein Bürgerprojekt über den Klang der Liebe

Mai 2015

  • Regie: projekt-il
  • Bianca Künzel
  • Bühne und Kostüme: Monika Frenz
  • Musik: Bojan Vuletić
  • Choreografie: Kathrin Spaniol
  • Stückentwicklung: Julie Bräuning

»Hast du gehört? Julian hat jetzt ne Freundin.« – »Echt? Woher weißt du das?« – »Facebook! Der hat seit gestern seinen Status geändert.« »Lieber…« oder doch besser »Hallo Du …« oder »… ich will es Dir schon lange sagen, weiß aber nicht wie. Mist, jetzt ist die Tinte verschmiert. Noch mal von vorne.« Ist der handschriftliche Liebesbrief eine ehrlichere Ausdrucksform? Da steckt ja immerhin noch mehr Mühe drin!

In dem Projekt Herzrasen begeben sich junge Erwachsene gemeinsam mit Menschen älterer Generationen auf die Suche nach der allumfassenden Definition von Liebe. Untersucht wird dabei vor allem, ob unser Medienverhalten auch zwischenmenschliche Beziehungen beeinflusst. Bedeutet die Beschleunigung und Vereinfachung der Kommunikation eine neue Unverbindlichkeit? Strapaziert ein häufig klingelndes Handy die Eifersucht des Partners? Es geht aber auch um Geschichten, die erzählt, um Theorien, die aufgestellt werden, und alles ist erlaubt: Kitsch, Schmalz oder auch Skepsis. Dabei gilt es herauszufinden, welche Rolle das Alter, die Erfahrungen oder Hoffnungen spielen. Lassen sich trotz aller Unterschiede der Generationen Gemeinsamkeiten finden, die sich sogar niemals ändern werden?

Mit Saioa Alvarez Ruiz, Maria Berenzon, Marc Dauenhauer, Thomas Johannsen, Kisuk Lee-Zergiebel, Emma Mertens, Holali Ursula Oumata, Rainer Sann, Anne Verfürth

Eine Produktion am Jungen Schauspielhaus Düsseldorf, mit Unterstützung der PSD Bank

Paradise Lost

Mai 2014

 

Da sie gegen geltendes Gesetz verstoßen haben, wurde diesen Jugendlichen der Prozess gemacht. Nun drehen sie den Spieß um und schicken ihr Publikum auf einen Prozessverlauf durch Rath. Sie verhandeln dabei nichts Geringeres als die größten Laster aller Zeiten: Stolz, Neid, Trägheit, Lust, Zorn, Völlerei und Geiz. Sie fragen: Ist dieser Katalog der unheilvollen Sieben immer noch zeitgemäß? Ist Neid nicht beispielsweise längst zum eigentlichen Motor des Fortschritts aufgestiegen?

Die Trägheit eine Überlebensstrategie in einer Welt, die einen durch Katastrophen, Kriege und himmelschreiende Ungerechtigkeiten oft an den Rand des Zorns treibt? Was sind die großen Vergehen der Gegenwart? Wer ist heute schuldig und wer unschuldig?

 Zwei Monate haben die Jugendlichen zu den sogenannten Todsünden gearbeitet und zusammen mit Tänzern, Musikern, Innenarchitekten und Theaterleuten Räume der Auseinandersetzung gestaltet. Sie laden das Publikum nun ein zu einem geführten Stadtteilrundgang, auf dem sie ihre Sicht auf die großen Schuldfragen dem Urteil des Publikums überlassen. Startpunkt ist jeweils 19 Uhr Foyer des Jungen Schauspielhauses.



Stadtteilprojekt des Clubs der Spezialisten
In Kooperation mit der Jugendhilfe im Strafverfahren der Stadt Düsseldorf, der FH-D Peter Behrens School of Arts und dem Jungen Schauspielhaus Düsseldorf
Ab 14 Jahren